Ein Phänomen, das in der Konsumgüterindustrie immer häufiger anzutreffen ist, ist die Tatsache, dass viele bekannte Markenhersteller auch Produkte für Eigenmarken produzieren. Während uns die Regale der Supermärkte mit einer Vielzahl von Marken vertraut sind, bleiben uns die unscheinbaren Eigenmarken oft verborgen, doch die Wahrheit ist, dass sie oft von denselben Herstellern stammen wie die etablierten Markenprodukte.
Hier dein Beitrag, der jede Menge Hintergründe zu den Eigenmarken bietet:
Warum tun Hersteller dies? Es gibt mehrere Gründe dafür. Erstens bieten Eigenmarken den Herstellern die Möglichkeit, ihre Produktionskapazität besser auszulasten. Wenn ein Hersteller beispielsweise eine eigene Marke hat und darüber hinaus noch Kapazitäten frei sind, können diese für die Produktion von Eigenmarkenprodukten genutzt werden. Dies ermöglicht eine effizientere Nutzung der Produktionsanlagen und senkt die Kosten.
Zweitens ist die Zusammenarbeit mit Einzelhändlern für Hersteller attraktiv, da sie ihnen Zugang zu einem breiteren Kundenstamm bietet. Einzelhandelsketten haben oft eine große Reichweite und können Produkte in großen Mengen abnehmen. Durch die Produktion von Eigenmarkenprodukten können Hersteller ihre Kundenbasis erweitern und ihre Marktposition stärken.

Ein weiterer Grund ist die Anpassungsfähigkeit der Hersteller. Wenn ein Einzelhändler spezifische Anforderungen an ein Produkt hat, können Markenhersteller diese oft schneller und effektiver erfüllen als andere Unternehmen. Sie haben bereits Erfahrung in der Produktentwicklung und -herstellung und können ihre Fachkenntnisse nutzen, um maßgeschneiderte Produkte für die Eigenmarken des Einzelhändlers zu entwickeln.
Beispiele für Markenhersteller, die auch Produkte für Eigenmarken herstellen, gibt es viele. Ein bekanntes Beispiel ist der Lebensmittelhersteller Nestlé. Nestlé produziert nicht nur seine eigenen Marken wie KitKat, Maggi und Nescafé, sondern stellt auch eine Vielzahl von Eigenmarkenprodukten für verschiedene Einzelhändler her. Viele Käseprodukte, Joghurts und andere Lebensmittel in den Regalen großer Supermarktketten stammen tatsächlich aus den Fabriken von Nestlé.
Ein weiteres Beispiel ist der Kosmetikhersteller L’Oréal. Neben seinen bekannten Marken wie Maybelline, Garnier und Lancôme produziert L’Oréal auch Kosmetikprodukte für verschiedene Einzelhandelsmarken. Oftmals sind die Produkte qualitativ hochwertig und können mit den Markenprodukten mithalten.
Es ist wichtig zu betonen, dass die Tatsache, dass ein Markenhersteller auch Produkte für Eigenmarken produziert, nicht automatisch bedeutet, dass die Qualität dieser Produkte minderwertig ist. Viele Hersteller legen Wert auf die Aufrechterhaltung hoher Standards, unabhängig davon, ob sie ihre eigenen Marken oder Eigenmarken produzieren.
Insgesamt zeigt uns die Welt der Eigenmarken, dass die Grenzen zwischen Markenherstellern und Eigenmarken oft verschwimmen. Es ist eine win-win-Situation für sowohl Hersteller als auch für die Konsument:innen.